Donnerstag,
19.02.2009. Ja wir leben noch, auch wenn Eva gerade heute mit Fieber im Bett liegt und sich wahrscheinlich wieder einen Virus eingefangen hat. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit hatte auch
schon mal ein Magen-Darm-Infekt der Reihe nach so ziemlich jeden hier aus unserer Schule Loreto erwischt. Zum Glück waren wir drei nicht gleichzeitig sondern nacheinander krank.
Ansonsten ist nun bereits Halbzeit gewesen und wir haben demnach den größten Teil unserer Schule schon hinter uns. Die Zeit scheint rasend schnell zu vergehen.
Was ist in den letzten Wochen sonst noch passiert? Beispielsweise war Valentins-Tag. Für uns Deutsche und auch für die meisten anderen der Schule kein besonderes Ereignis. Unser junges Paar aus den vereinigten Staaten hatte sich aber etwas besonderes einfallen lassen und für alle Ehepaare einen Abend gestaltet. Die Amerikaner haben die ganze Organisation in die Hand genommen und wir konnten jeweils zu zweit am Tisch bei Kerzenschein Essen, Trinken und ein kleines musikalisches Programm mit Klavier und Gesang genießen. Am Ende wurde noch ausgiebig getanzt. Ein gelungener Abend. Das dies offenbar für alle so war zeigte sich für mich darin, wie schnell am Ende der Saal wieder aufgeräumt war weil jeder mit anpackte.
Da der Abend ja wirklich nur für die Paare gedacht war traf es sich für uns ganz gut, dass Eva an diesem Wochenende mit anderen Mädchen zwei Tage in einem Haus in einem kleinen Ort in den nahe gelegenen Bergen zugebracht hat. Ich muss sagen, dass ich selber überrascht war, wie sehr sie sich auf diesen Ausflug gefreut hat. Noch vor wenigen Wochen hätten wir uns das nicht träumen lassen, denn immerhin gab es unter allen die mitfuhren nicht einen der auch nur ein bisschen Deutsch sprechen könnte. Und bei „fremden“ Leuten hat Eva auch noch nicht oft übernachtet.
Wir haben uns und unser geräumiges Auto zur Verfügung gestellt um einige der Mädchen an den Ort des Geschehens zu bringen und auch wieder abzuholen. Das bot uns im Gegenzug die Gelegenheit wieder
mal mehr von der Gegend hier kennen zu lernen. Und ich muss sagen, dass ich mich schon auf den Frühling freue, um diese wunderbare Landschaft und die Orte dann noch einmal zu besuchen.
Für Eva war es wohl auch ein schönes Wochenende, denn als wir sie abholten, war sie nicht begeistert nun wieder mit uns mit zu kommen. Aber über die Entwicklung von Eva können wir im Augenblick
ohnehin nur staunen. Bis zu den Weihnachtsferien war für uns sehr stark zu spüren wie schwer ihr die Umstellung auf die neue Umge
bung und vor allem die neue Sprache fiel. In der Schule musste sie Lesen und Schreiben lernen mit Worten, deren Bedeutung sie nicht kannte. Heute hat sie, so wie früher in
Hamburg, keine Scheu Leute anzusprechen und redet gerne und viel, auch auf italienisch. Ihr geht es jetzt gut hier in Loppiano und dafür bekommen wir inzwischen von verschiedener Seite eine
Bestätigung. Heute war dafür ein ganz besonderer Tag, den heute wurde den Eltern der 1. Klasse das Halbjahreszeugnis ausgehändigt. Ich saß also am Nachmittag vier Lehrerinnen gegenüber die mich
anstrahlten und sich geradezu überschlugen mir zu erzählen was für eine tolle Entwicklung Eva in der letzten Zeit gemacht hätte, die selben Lehrerinnen, die noch vor einigen Monaten davon
gesprochen hatten, welche großen Schwierigkeiten Eva hätte. Und Eva hat wirklich durchweg gute Noten (hier in Italien gibt es auch in der ersten Klasse schon richtige Noten). Diese Entwicklung zu
sehen ist für uns wie das Hundertfache.